Koralmtunnel KAT2

Untertagebau Verkehrstunnelbau

zweiröhriger Eisenbahntunnel

Projektdaten

Land
Österreich
Auftraggeber
ÖBB Infrastruktur AG
Methode
NATM und kont. Vortrieb
Ausbruchsvolumen
ca. 4 Mio. m³
Auftragssumme
570,0 Mio EUR (in ARGE)
Ausführungszeitraum
Januar 2011 - Januar 2019
Durchmesser / Querschnitt
77 m²
Kontakt

Sekretariat Untertagebau
+43 5556 7181-161
E-Mail


Der Koralmtunnel bildet als Verbindung zwischen den Bundesländern Steiermark und Kärnten den zentralen Bauabschnitt der zweigleisigen Eisenbahn-Hochleistungsstrecke „Koralmbahn Graz – Klagenfurt“. Diese liegt an der Pontebbanaachse, welche als Hauptverbindung zwischen dem Baltikum und der Adria ein zentrales Projekt des österreichischen Infrastrukturausbaus darstellt.
Der insgesamt 32,8 km lange Tunnel wird in drei Bauabschnitte unterteilt, wovon dem Baulos KAT2 mit ca. 19 km der längste Abschnitt zufällt. Die beiden eingleisigen Hauptröhren (ca. 82 m² Ausbruchsfläche) werden im Abstand von 500 m durch Querschläge verbunden. Die Errichtung einer Nothaltestelle mit einer Länge von über 900 m im Zentralbereich des Tunnels ist ebenfalls Teil des Bauauftrags.
Als Besonderheit des Bauloses KAT2 ist der Zugang zu den beiden Tunnelröhren zu erwähnen. Dieser wird über einen eigens für die Durchführung der Untertagebauarbeiten zu errichtenden Schacht mit einer Tiefe von 60 m bewerkstelligt. Für die geplanten Baumaßnahmen wird eine Gesamtbauzeit von 8 Jahren veranschlagt. Nach der ersten Bauphase 2011/2012, während der die beiden Röhren vom Schacht aus in beide Richtungen (Richtung Graz/Osten und Richtung Klagenfurt/Westen) mit zyklischen Vortriebsmethoden vorangetrieben werden (Nordröhre 2,2 km bzw. Südröhre 2,8 km), erfolgt der Beginn der mechanischen Vortriebe mittels Tunnelbohrmaschinen für die Restrecke (Nordröhre 15,6 km bzw. Südröhre 17,1 km). Am 29.01.2013 nahm die Tunnelpatin Frau Margit Fischer die erste Tunnelvortriebsmaschine des Hauptbauloses KAT2 in Betrieb. Zwei 10m-Doppelschild-TBM´s werden bis 2016 ca. 17,1 km bzw. 15,6 km der beiden parallelen Tunnelröhren im Herzstückes des insgesamt ca. 33 km langen Koralmtunnels auffahren. Die Fertigstellung der Rohbaumaßnahmen ist für 2019 geplant.

Nach mehr als 17 Kilometern Vortrieb ist am 14. August 2018 gegen Mittag der Durchschlag 1.200 Meter unter der Erdoberfläche in der südlichen Röhre des Koralmtunnels geglückt. Seit insgesamt 15 Jahren wurde an dem Projekt gearbeitet, nun fehlen in der Nordröhre noch knapp sechs Kilometer.

Genau 17.127 Meter hat der Tunnelbohrer "Mauli 1" seit 2013 vom steirischen Leibenfeld aus zurückgelegt. Nach Angaben der ÖBB sind diese 17 Kilometer Vortrieb der Bohrer ein Weltrekord. Der zweite steirische Bohrer in der Nordröhre ist schon seit Februar fertig. Der 2015 von Kärntner Seite aus gestartete Tunnelbohrer "Kora" hat noch knapp sechs Kilometer vor sich. Insgesamt arbeiten rund 800 Menschen an der Herstellung des sechstlängsten Eisenbahntunnels der Welt.

Die Gesamtinbetriebnahme der Koralmbahn wird für Dezember 2025 angepeilt. Die Strecke Graz-Klagenfurt soll dann in einer Fahrzeit von rund 45 Minuten bewältigt werden. (APA)

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